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Ausflug: Herborn, Dillenburg, Nationales Automuseum

Mit dem OMV unterwegs: Ein Wochenende im Lahn-Dill-Kreis vom 2. bis 4. Oktober 2026
 

Freitag, 2. Oktober 2026: Ankommen, genießen und staunen
 

Bei spätsommerlich warmem Herbstwetter machten wir uns auf den Weg nach Herborn. Nach dem Einchecken im Hotel Gutshof blieb gerade genug Zeit, um in Ruhe anzukommen. Beim gemeinsamen Abendessen im Steakhouse stimmten wir uns anschließend auf das Wochenende ein.
Danach ging es direkt zur Kulturscheune Herborn, kurz KuSch. Dort erwartete uns mit dem 18. Herborner „Schlumpeweck“ ein unterhaltsamer Abend voller Kleinkunst, Zauberei und überraschender Momente.


Was steckt hinter dem „Schlumpeweck“?
Beim „Schlumpeweck“ handelt es sich um ein regionales Hefeteiggebäck mit Apfelmusfüllung. Die dazugehörige Legende führt bis an den Anfang des 16. Jahrhunderts zurück und soll mit dem Kämmen der Schafe nach der Schur zusammenhängen – eine ungewöhnliche Geschichte mit viel Lokalkolorit.
Auch die KuSch selbst blickt auf eine lange Geschichte zurück. Ihre Wurzeln liegen in den Herborner Heimatspielen, die seit 1951 dokumentiert sind. Der heutige Verein wurde im November 1990 zunächst als Herborner Heimatspiele e. V. gegründet. Seit dem 12. März 2020 trägt er den Namen Kulturscheune Herborn e. V.


Ein Abend voller Überraschungen
KuSch-Vorsitzender Jörg Michael Simmer eröffnete den Abend mit wenigen, aber neugierig machenden Worten. Dann übernahm Matthias Rauch das Mikrofon – und die Bühne. Der Deutsche Meister der Zauberkunst führte charmant durch das Programm und überbrückte die Pausen zwischen den Auftritten mit verblüffenden Tricks. So blieb es den ganzen Abend über spannend.
Sechs Künstlerinnen und Künstler sorgten mit Gesang, Instrumentalmusik, Parodie und Zauberei für ein abwechslungsreiches Programm. Als einziges Duo traten Marie Diot und ihr Gitarrenbegleiter Fabian Großberg auf. Großbergs betont schlichte Bühnenfigur und seine ausdrucksstarke Mimik passten perfekt zu den Liedern. Vor allem der Song über einen Heizkörper und die Farbe Zinnober kamen hervorragend an. Am Ende sicherte sich das Duo gleich zwei Auszeichnungen: den Preis der Jury und den Publikumspreis.

Der Nachwuchspreis KuSch-Push ging an Johannes Floer. Mit witzigen Gedanken zur französischen Sprache, raffinierten Wortspielen und herrlich verrückten Zahlenspielen brachte er den Saal zum Lachen. Eine Overheadprojektion setzte zusätzliche Akzente. Damit waren alle drei begehrten „Schlumpewecke“ vergeben. Jochen Falck, Samuel Kilian, Sven Garrecht und „Die Nowak“ gingen diesmal zwar ohne Preis, aber keineswegs ohne Applaus nach Hause.

Über den Publikumspreis wurde ganz klassisch per Stimmzettel entschieden. Während ausgezählt wurde, bewies Matthias Rauch noch einmal sein Können: Spielkarten, Eier und sogar ein scheinbar schwebender Stuhl wurden Teil seiner Show. Besonders verblüffend war der Moment, als eine Zuschauerin den Stuhl scheinbar selbst zum Schweben brachte. Jörg Michael Simmer überreichte anschließend die Preise, bevor sich zum großen Finale noch einmal alle Mitwirkenden gemeinsam auf der Bühne versammelten.
 

Samstag, 3. Oktober 2026: Herborn zu Fuß entdecken
 

Am Samstag stand Herborn im Mittelpunkt. Die Fachwerkstadt liegt im Dilltal und zählt mit ihrer Kernstadt und neun weiteren Stadtteilen rund 21.000 Einwohner. Auf unserem Rundgang wurde schnell klar: Hier gibt es hinter fast jeder Ecke etwas zu entdecken.
Pünktlich um 10:00 Uhr trafen wir unsere Stadtführerin und unseren Stadtführer vor dem Herborner Bahnhof. Schon das Empfangsgebäude ist einen genaueren Blick wert: Die Geschichte des Bahnhofs an der Dillstrecke reicht bis 1862 zurück. Nach dem großen Stadtbrand von 1904 wurde das Gebäude 1908 im Stil der Neorenaissance neu errichtet.

Von dort spazierten wir über die Dillbrücke zum St.-Leonhards-Turm und zur Neuen Pforte. Das Tor stammt aus dem 13. oder 14. Jahrhundert und gehörte einst zur Stadtbefestigung. Weiter ging es zum historischen Marktplatz mit dem Löwenbrunnen. In der Fußgängerzone begegneten uns dann die „Drei Männer im Gespräch“: Ferdinand Nicodemus mit Stock, Johann Heinrich Hoffmann mit Bart und Albert Schumann mit Büchern. Die Skulpturengruppe entstand 2005 nach einem Entwurf von Wolfgang und Christoph Oester und wurde in der Kunstgießerei Köhler & Göbel in Erndtebrück gegossen.

Besonders reizvoll sind die dicht aneinandergereihten Fachwerkhäuser, von denen keines dem anderen gleicht. Mal schmal, mal breit, mal hoch und reich verziert – jedes erzählt seine eigene Geschichte. An einigen Fassaden sind noch Flaschenzüge zu sehen, mit denen früher Vorräte bis unters Dach befördert wurden. Zwischen den Häusern führen enge Pflastergassen, kleine Durchgänge, Treppen und ansteigende Wege hindurch. An vielen Hausecken stehen sechskantige Prellsteine aus Basalt. Sie bewahrten die Mauern früher vor Kutschenrädern und Radnaben.

Am Marktplatz fällt das verschieferte Rathaus ins Auge. Seine Bauphasen werden auf 1589 und 1626 datiert. Ein umlaufender Fries zeigt die Wappen alter Herborner Bürgerfamilien. Heute arbeiten hier Stadtverwaltung, Stadtparlament und die städtischen Gremien. Gleich gegenüber sorgen Schnitzereien im Balkenwerk eines Hauses für Gesprächsstoff: Sind dort tatsächlich Drachen zu erkennen? Ganz eindeutig ist das nicht – und genau das macht den Reiz aus.

Herborn ist außerdem die Stadt der Hohen Schule. Graf Johann VI. von Nassau-Dillenburg gründete diese universitätsähnliche Hochschule 1584, allerdings ohne kaiserliches Universitätsprivileg. Auf dem Lehrplan standen Theologie, Medizin, Jura und Philosophie. Von 1611 bis 1613 studierte hier Johann „Jan“ Amos Comenius (28. März 1592, Nivnice in Mähren – 15. November 1670, Amsterdam), der bis heute als bedeutender Pädagoge gilt. Auf einer Gedenktafel mit seinem Porträt steht der bemerkenswerte Satz: „Wer als Mensch geboren ist, soll wie ein Mensch zu leben lernen.“
Im Hörsaal, der Aula der Hohen Schule, ist sogar noch das originale Disputationsgestühl erhalten – ein eindrucksvolles Stück Hochschulgeschichte.
Für einen besonders heiteren Anblick sorgte das „Pumuckl-Haus“ eines Herborner Kunstschnitzers. In den Fenstern tummeln sich zahlreiche liebevoll geschnitzte Pumuckl-Figuren – groß und klein, in ganz unterschiedlichen Kleidungen. Viele kennen den Kobold aus der Fernsehserie mit dem bayerischen Volksschauspieler Gustl Bayrhammer (1922–1993) als Meister Eder.

Nach zwei kurzweiligen Stunden endete unser Rundgang wieder auf dem Marktplatz. Detlev bedankte sich im Namen der Gruppe bei unseren beiden Stadtführern, die uns nicht nur die Sehenswürdigkeiten, sondern auch das Leben des damaligen Bürgertums anschaulich nähergebracht hatten. Danach war es Zeit für eine Stärkung in der „Karawanserei“ neben dem Busbahnhof. Zurück im Hotel Gutshof blieb nur eine kurze Verschnaufpause, denn am Nachmittag wartete bereits Dillenburg auf uns.


Samstagnachmittag: Unterwegs in Dillenburg
In Dillenburg führte unser Weg hinauf zum Schlossberg. Bei einer Führung durch die Kasematten tauchten wir in die Geschichte der Anlage ein. Ein Besuch im Museum Villa Grün rundete den Nachmittag ab.


Sonntag, 4. Oktober 2026: Automobile Highlights zum Abschluss


Zum Finale unseres Wochenendes wurde es noch einmal besonders interessant: In Dietzhölztal besuchten wir „The Loh Collection“ der Stiftung Nationales Automuseum. Unter dem Motto „Faszination auf zwei oder vier Rädern“ zeigt das Museum die Sammlung des Unternehmers Prof. Dr. Friedhelm Loh – ein passender und eindrucksvoller Abschluss für ein abwechslungsreiches OMV-Wochenende.
 

Fotoserien

Ausflug: Herborn, Dillenburg, Nationales Automuseum (SO, 11. Oktober 2026)

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Mo, 05. Oktober 2026

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